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AzuBi-Bericht

 

Um unsere Auszubildenden eine möglichst breite Ausbildung zu gewährleisten, fördern wir auch ungewöhnliche Massnahmen. Frau Grude, Auszubildende im "Team Powering", war einige Wochen zum Praktikum in England. Hier ihr Bericht:

"Die Immobilienwirtschaft Englands hat sich in den letzten Jahren nur wenig weiterentwickelt. Gibt es in Deutschland immer wieder Modernisierungen bzw. Neubauten verschiedenster Arten von Häusern, so hat England, insbesondere Südengland, nur wenig Miethäuser und aus diesem Grund keine Modernisierungen oder Finanzierungskonzepte.

Ich hatte die Möglichkeit die Immobilienunternehmen bzw. deren Arbeiten in Paignton (South Devon) kennenzulernen. Hier fiel eine Art der Bauweise deutlich auf, nämlich die der Reihenhäuser.AzuBi-Bericht aus England

Im Immobilienunternehmen „Bowden & Partners“ hatte ich Einblicke in die Arbeitsmethoden und Abläufe des Unternehmens.

Eine Arbeitsweise wie man sie aus Deutschland kennt, findet man in Südengland nicht vor. Arbeiten die deutschen Immobilienfirmen in allen Bereichen rund um Verwaltung und Vermietung/ Verkauf, so geht es auf dem englischen Immobilienmarkt ausschließlich um den Verkauf von Eigenheimen. 

Eigentümer, mit der Absicht ihre Immobilien zu verkaufen, wenden sich direkt an eine Immobilienfirma vor Ort. Hierbei informiert der Eigentümer über Grundsätzliches seines Eigenheims und Preisvorstellungen. Anschließend besichtigen Unternehmen und Eigentümer die Immobilie, machen Fotos und veranschlagen realistische Preise.

Hierbei ist zu erwähnen, dass die Quadratmeter nur selten bekanntgegeben werden und rein informativ sind. Weder Preise, noch Abrechnungen werden mithilfe der Wohnfläche berechnet. Herr Bowden sagte mir: „Für die Deutschen mögen die Angaben interessant sein,  hier schaut man sich ähnliche Häuser an und entscheidet anhand derer, wie viel ein Haus kosten soll.“

Auffällig ist, dass einige Häuser marode und ungepflegt wirken. Achtet man in Deutschland auf ein sauberes, solides und gut erhaltenes Aussehen der Immobilie (insbesondere, wenn man den Wunsch hat zu vermieten bzw. zu verkaufen), so werden in England die Häuser nur wenig instand gehalten bzw. gesetzt.

Modernisierungen, vor allem welche, die lange im Voraus geplant werden, gibt es, so wie wir sie kennen, nicht. Finanzierungspläne werden nicht aufgestellt. Aufgrund dessen, dass es keine Verwalter gibt, arbeiten die Eigentümer eigenständig am Haus und reparieren eher notdürftig.

Hier wurde mir von „Bowden & Partners“ erklärt, dass Eigenheime in England nicht denselben Wert hätten, wie in Deutschland. Eigentümer investieren nur selten in ihre Häuser, Arbeiten müssten günstig ausgeführt werden und nur eine gewissen Standard erfüllen.

Herr Bowden wörtlich: „Solang das Haus steht, ein Dach hat, durch dass es nicht regnet, Strom und Wasser fließen, ist es ein gutes Haus.“ 

Ein weiterer sehr großer Unterschied ist das Badezimmer.

Ich erklärte der Firma, dass das Bad wichtig ist für die meisten Deutschen. Es müsse groß, hell und gefliest sein. Badewanne und/ oder Dusche müssen geräumig und gepflegt sein (gerade in der Vermietung ein wichtiger Punkt).

In England hingegen ist das Badezimmer der unwichtigste und uninteressanteste Raum im gesamten Haus. Meist liegt Auslegware im Bad, aus Kostengründen, Toiletten sind in einem eher schlechten Zustand und es ist der kleinste Raum.

Interessant ist, dass Steckdosen generell in Badezimmern verboten sind, aus Sicherheitsgründen, undenkbar in Deutschland.

Strukturen, bezüglich der Arbeitsweise, gibt es in den englischen Immobilienunternehmen kaum welche. Termine werden zwar vereinbart, auf Pünktlichkeit wird hingegen kein Wert gelegt.

Auch werben die Unternehmen nur durch Verkaufsschilder vor den einzelnen Immobilien. In Deutschland werden Marketingstrategien entwickelt und umgesetzt. Werbung ist aus unserer Sicht eine wichtige Maßnahme zur Vergrößerung und Steigerung der Einnahmen des Unternehmens. In Südengland hingegen ist zu beobachten, dass die Firmen sehr zentrale Büros haben, um vor allem die Laufkundschaft erreichen zu können. Die Schaufenster sind hier die wichtigste Methode der Werbung. 

Abschließend kann ich also sagen, dass das Arbeiten in Südengland sehr unterschiedlich zu dem in Deutschland ist.

Verwaltungen gibt es kaum, die Eigentümer reparieren selbstständig und kostengünstig.

An die Räume werden andere Wertmaßstäbe gesetzt, als in Deutschland.

Die Firmen werben kaum neue Kunden, lediglich Aushänge werden als Marketingmaßnahmen eingesetzt. Hierbei ist es wichtig Eigentümer des Ortes bzw. Nachbarortes anzusprechen, in dem sich der Firmensitz befindet.

Die Arbeit bei „Bowden & Partners“ war interessant und spannend. Eine Arbeitsmoral, wie sie die Deutschen haben, sucht man in England vergeblich.Termindruck und Leistungsdruck habe ich in den 4 Wochen meines Aufenthaltes nicht bemerkt, auch gehen die Mitarbeiter nicht nur untereinander locker miteinander um, sondern auch mit der Kundschaft.

Ich kann allerdings anmerken, dass (und das wurde mir von Herrn Bowden berichtet) es kaum Fälle von Burn out und ähnlichem gibt, sicherlich gerade weil die Engländer ihre Arbeit zwar vollbringen, aber ohne sich selbst unter Druck zu setzen.

Ich denke das ist ein wichtiger Punkt, den ich aus der Arbeit bei diesem Unternehmen mitnehmen und weitergeben kann."


Haus & Grund: Professionelles Immobilienmanagement in Sachsen-Anhalt

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